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Neue Fischkutter-Mannschaft stellt sich vor

veröffentlicht um 15.08.2014, 04:09 von Jonas Löffler

Hallo,

wir sind Mathias, Heidi und Hannah und werden ab August das Team des Fischkutter e.V. verstärken. Wir möchten uns an dieser Stelle gern vorstellen und haben uns dazu gegenseitig 
interviewt:


Heidi Bauer-Andrae
geboren am 01.01.1985 in Annaberg-Buchholz im Erzgebirge
2006 bis 2012 Lehramtsstudium in Jena
verheiratet mit Mathias Andrae
im Januar 2012 Geburt von Hannah
seit Juli 2013 Referentin für geistliche Arbeit bei TEN SING im CVJM-Ostwerk e.V.

Heidi, du bist in einer christlichen Familie groß geworden. Wie hat sich dein persönlicher Glaube dabei entwickelt?

Meine Familie gehört einer großen Kirchgemeinde an und das Gemeindeleben bestimmte ganz selbstverständlich den Alltag meiner Kindheit. Die Gemeinde bildete eine Glaubens- und Lebensgemeinschaft, was mich bis heute sehr prägt. Je älter ich wurde, desto weniger konnte ich mich mit dem eher traditionellen Glauben identifizieren. Die Zweifel wuchsen und mit Beginn des Studiums und dem Auszug von zu Hause wendete ich mich vom Glauben ab. Aber Gott ließ nicht so einfach locker. Er stellte mir immer wieder Menschen in den Weg, die mich mit in den Gottesdienst nahmen und mit mir über meine Zweifel sprachen. In mir wuchs die Sehnsucht nach einer eigenen lebendigen Beziehung zu Gott. Über den CVJM Jena fand ich Anschluss an eine Gemeinde und einen Hauskreis. Und dann hab ich Mathias kennengelernt. Auch er hat schließlich dazu beigetragen, dass ich meine Beziehung zu Gott wieder als etwas alltägliches (er)leben kann. 


TEN SING ist etwas was dich bereits einen Großteil deines Lebens begleitet. Seit wann betreibst du 
diese Kampfkunst und warum?

Auch wenn es so klingt, mit Kampfkunst hat TEN SING nichts zu tut. Die Bezeichnung kommt aus dem Norwegischen und bedeutet “Teenager singen”. Ich kam mit 14 Jahren zu TEN SING und seither lässt mich dieses Projekt nicht los. Eine Gruppe von Jugendlichen erstellt dabei innerhalb von einem Jahr eine Bühnenshow bestehend aus den Elementen Chor, Band, Tanz und Theater. Der Clou ist: Die TEN SINGer organisieren sich zu weiten Teilen selbst. Sie wählen die Lieder und studieren sie selbstständig ein. Auch Tänze und Theaterstücke werden von den Teilnehmern erarbeitet. Das Ergebnis ist meistens nicht perfekt, aber darauf kommt es nicht an. Jugendliche stellen etwas auf die Beine und gewinnen an Selbstbewusstsein. Man traut ihnen etwas zu, gibt ihnen eine Aufgabe und sie wachsen über sich selbst hinaus. Das begeistert mich!


Ich kenne dich als eine begeisterte Gesellschaftsspielerin und Bastlerin. Was machst du in der 
offenen Arbeit am liebsten?

Aus meinen Erfahrungen sind es nicht die Events, die Jugendliche oder Kinder in offenen Angeboten suchen. Es sind vielmehr die alltäglichen Dinge, die sie sich wünschen, wie eine gemeinsame Mahlzeit oder ein Gespräch. Ich habe selbst schon mit 16-jährigen Fenster geputzt oder Rasen gemäht und sie waren begeistert dabei. Aber natürlich bin ich immer auch für kreative Projekte oder eine Spielerunde zu haben!


Du wirst jetzt im Fischkutter neu starten - auf was freust du dich am meisten?

Auf die Kinder und Jugendlichen!







Mathias Andrae
geboren 1979 in Schlema
2002-2008 Studium der Sozialpädagogik in Mittweida
CVJM Sekretär in Jena von 2009-2012
CVJM Sekretär in Schönefeld bei Berlin 2012-2014
verheiratet mit Heidi Bauer-Andrae
gemeinsame Tochter: Hannah Andrae


Mathias, du hast gefühlt schon in jedem Beruf gearbeitet, warst Veranstalter, Soldat, Müllmann, Bäcker und noch einiges mehr. Aber du hast dich für die christliche Jugendarbeit entschieden. 
Warum?

Ich bin ein sogenannter Tausendsassa. Ich kann auf vielen Gebieten etwas, mal mehr mal weniger. Aber vor allem kann ich gut mit Menschen – besonders mit jungen Menschen. In der christlichen Jugendarbeit kann ich meine vielen großen und kleinen Begabungen 

einbringen und so dem Grieche ein Grieche sein und dem Jude ein Jude – wie es das Evangelium so schön sagt. All meine Erfahrungen helfen mir dabei, mich in mein Gegenüber hineinfühlen zu können und so seine Welt besser zu verstehen.


Du bist erst im Alter von 21 Jahren zum Glauben gekommen. Was begeistert dich besonders am 
Evangelium?

Ich bin kommunistisch aufgezogen worden. Ich kannte also bereits Begeisterung für einen Glauben – nur eben Gott und vor Allem Jesus waren mir vollkommen unbekannt. Was mir fehlte, war eine Perspektive und ein Platz für mich persönlich. Den konnte ich im Kommunismus nicht finden, weil der Einzelne da nichts bedeutet. Ich lernte Jesus kennen als denjenigen, der mich zuallererst liebt und für mich alles gegeben hat. Das hat mich umgehauen. Plötzlich war da ein Platz für mich in der Welt – an Jesu Seite. Das hat mich so glücklich gemacht. Mich begeistert vor allem am Evangelium, dass Gott mich persönlich anspricht und mein Heil sucht. Das kann ich nicht für mich behalten.


Freie Stunden füllst du gern mit Tönen oder Spänen. Erkläre mal!

Mein Großvater war Tischler. Von ihm lernte ich früh Drechseln und Schnitzen. Ich liebe den Werkstoff Holz, aber vor allem schaffe ich gerne etwas mit meinen Händen. Ich arbeite auch gerne mit Ton, Metall und allem Anderen, was mir zwischen die Finger kommt. Für unsere Wohnung in Berlin habe ich z.B. ein großes Hochbett gebaut, was wir aber leider nicht mit nach Rostock nehmen können.

Mit „Tönen“ ist meine Begeisterung für Musik, speziell für HipHop gemeint. Da ich bereits seit ich 14 war Schallplatten sammelte - erst Punk und HardCore später dann HipHop, Funk und elektronische Musik – lag es nicht fern, mich irgendwann auch als DJ auszuprobieren. Über 10 Jahre habe ich Djing professionell betrieben. Heute helfe ich noch ab und an Freunden bei ihren Alben und nutze mein Können an den Turntables für meine Arbeit.


Der Fischkutter ist kein Hafenkahn, wie wir es beim ersten Blick ins Stellenangebot vermutet haben. Trotzdem haben dich der Verein und die Arbeit schnell überzeugt. Was war das Ausschlaggebende?

Glaube. Die Hauptamtlichen der Kirchengemeinde Toitenwinkel und die Leitung des Fischkutters habe ich als lebendige Christen kennen gelernt die Jesus und die Menschen lieben. Das fühlte sich so richtig gut an. Ich spürte, dass Menschen hier willkommen sind und dies ist ein Umfeld, in dem ich mich gerne einbringen möchte.

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